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Als nasse Fliesslawinen gelten Grundlawinen. Sie sind im Gegensatz zu Staublawinen berechenbar. Es sind grosse, warme Frühjahrslawinen, die bei Tauwetter losbrechen. Wenn der Schnee matschig und weich wird verliert er seine Haftung und fliesst als gewaltiger Strom den Berg hinunter. Solche Lawinen haben oft ein grosses Einzugsgebiet: Die einzelnen Lawinenzüge vereinigen sich und bahnen sich ihren Weg gemeinsam bis ins Tal hinunter. Der schwere Schnee reisst bis zum Grund alles mit sich fort: Bäume, Felsbrocken, Erde. Nichts kann die Fliessschneelawine aufhalten. Mit einer Länge von mehreren Kilometern beträgt ihr Druck 30 bis 40 Tonnen, kann aber auch weit über 100 Tonnen pro Quadratmeter ansteigen. Auslaufstrecke und Geschwindigkeit sind wesentlich geringer als bei den Staublawinen. Im Auslaufgebiet hinterlässt sie naturgemäss einen gewaltigen Lawinenkegel von bis zu 30 Metern Höhe. Die Bahnen solcher Lawinenzüge sind bekannt und werden gemieden. Strassen, Bahndämme und Skipisten werden in diesen gefährlichen Gebieten durch Verbauungen geschützt und in kritischen Situationen auch gesperrt. Die Lawinengefahr wird dadurch minimiert, besteht aber weiterhin. Ein Bewohner eines Hauses beschreibt als Augenzeuge das Näherkommen einer Lawine: „Man spürt ein leichtes Vibrieren. Geschirr und Fensterscheiben klirren leise, und kleine Gegenstände geraten in Bewegung. Diese ersten Erschütterungen werden von einem zuerst noch fernen, dann immer stärker anschwellenden Grollen begleitet, von einem näherkommenden Rumoren, das schliesslich zu einem Sturm anschwillt. Bilder und Spiegel fallen von den Wänden, Fensterscheiben zerbrechen, Möbel verschieben sich, der Schnee drückt Wände ein und überflutet das Hausinnere. Das Geräusch krachenden Holzes und aufprallender Gesteins- und Eisbrocken mischt sich in das Sausen des Sturmwinds. Dann ist wieder Stille.“

 

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