Die trockene Staublawine
bricht meist als
Schneebrett, Lockerschnee- oder Eislawine los und entwickelt
sich im Verlauf ihrer Sturzbahn zu einer tödlichen Wolke mit
enormer Zerstörungskraft. Ab einer Hangneigung von über 40°
und bei einer über Felsen führenden Sturzbahn kann sie vom
Boden gelöst auf einem Luftkissen mit einer Geschwindigkeit
von bis zu 350 Stundenkilometern als feines Schnee-Luft-Gemisch
den Berg hinunter stieben. In einem Kubikmeter Luft ist nur
wenig Schnee enthalten, verheerend ist aber der erzeugte Luftdruck.
Alles, was nicht festgemacht ist, wird weggerissen. Fenster
werden eingedrückt, Dächer abgehoben, Häuser werden mit Schnee
gefüllt. Dieser Druck knickt einzelne Bäume um, mäht ganze
Wälder nieder, schleudert Menschen durch die Luft und kippt
Fahrzeuge und Eisenbahnzüge um. Die Zerstörungskraft entspricht
derjenigen von Wirbelstürmen allerdings auf einer kleineren
Fläche.
Für Mensch und Tier sind die Überlebenschancen in einer Staublawine
gering: das Gemisch von Schnee und Luft presst sich gewaltsam
in die Lungen und führt zum Erstickungstod. Als ein Wunder
gilt die Geschichte eines Waldarbeiters, der im Jahre 1900
im Kanton Glarus eine Staublawine überlebt hat: Direkt über
ihm löste sich eine Staublawine, er wurde in die Luft gewirbelt
und kopfüber, kopfunter 1000m weit getragen, bis er mit einigen
Knochenbrüchen im Tiefschnee landete. Staublawinen sind auch
heute noch nicht genau berechenbar. Es gibt sie viel seltener
als Fliesslawinen. Sie zu beobachten ist schwierig, deshalb
sind die Forscher auf Aufnahmen von Amateurfilmern angewiesen.
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