Für Sprachforscher ist der Ursprung des Wortes „Lawine“
ein reiches Forschungsgebiet. Es stammt vermutlich aus dem
lateinischen Wort „labi“ (herabgleiten) oder „labes“ (Fall,
Sturz). Die gleiche Wurzel besitzen auch die Wörter „Lapsus“
und „labil“. Im französischen Sprachgebrauch wurde der Begriff
„levanze“ und „valance“ verwendet, hergeleitet vom Begriff
„val, vallée“, da Lawinen ins Tal hinabstürzen. Heute noch
von Einheimischen verwendete Ausdrücke wie „Laui, Loui,
Läui, Leui, Loiwi, Loibi“ und ähnlich gehen auf des althochdeutsche
Wort „lâo“ (lau) zurück. Es bezeichnet die durch Tauwetter
in Bewegung versetzte Schneemasse. Etliche alte Orts- und
Flurnamen wie Lauenen oder Berglauenen im Berner Oberland
verweisen auf die Lawinentätigkeit der Gegend
Erste historische belegte Lawinenunfälle betrafen vor allem
Heere, die bei ihren Kriegszügen den Alpenkamm überschritten.
Das wohl bekannteste Ereignis dieser Art stiess dem karthagischen
Feldherr Hannibal zu, als er 218 vor Christus mit rund 38'000
Mann, 8000 Reitern und 37 Elefanten die Alpen überquerte.
Er verlor dabei rund die Hälfte an Soldaten und Pferden,
und einige Elefanten. Wie die Leute in den Tod gerissen
wurden, beschreibt der Chronist Italicus: „... Dort wo der
Pfad unterbrochen ist von einer schimmernden Piste, durchbricht
er (Hannibal) das harte Eis mit seiner Lanze. Losgelöster
Schnee zieht die Männer in den Abgrund, und Schnee, der
von den hohen Gipfeln stürzte, verschlang die lebende Mannschaft.“
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